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Viren- und Diebstahlschutz

Vorgestellt: Android-Sicherheits-Apps im Überblick

Smartphone mit Schloss auf dem Display

Das Smartphone ist einer der persönlichsten Gegenstände, den viele Menschen mit sich herumtragen. Es ist nicht nur Kommunikationszentrale, sondern auch Bibliothek, Foto- und Videoalbum. Einkäufe und Bankgeschäfte können über das Smartphone abgewickelt werden. Um diese Privatssphäre vor Dieben oder Schadsoftware zu schützen, gibt es hilfreiche Apps. inside-handy.de stellt vier dieser Sicherheitsprogramme für Android-Geräte vor.

Besonders ärgerlich ist es, wenn das teure Smartphone verlegt oder gestohlen wird und man sich im Zweifel ein neues anschaffen muss. Neben dem finanziellen Schaden durch den Verlust könnte jedoch noch weiterer Schaden entstehen, wenn ein Fremder Zugriff auf die eigenen Daten erlangt. Dies kann auch durch sogenannte Schadsoftware wie Viren oder Trojaner geschehen, die vom nichtsahnenden Nutzer getarnt in einer App heruntergeladen wird.

Gefahr durch Viren, Trojaner und ähnliches besteht vor allem für Smartphones, die mit dem mobilen Betriebssystem Android ausgestattet sind, obwohl stetig an der Schließung entsprechender Sicherheitslücken gearbeitet wird. Die geschlosseneren Systeme iOS und Windows Phone sehen sich derzeit kaum Attacken durch Malware ausgesetzt. Dementsprechend findet sich für beide Systeme kaum Sicherheitssoftware.

Für Android-Geräte ist das Angebot hingegen umso umfangreicher. Dabei kombinieren viele Anbieter den Schutz vor Viren und Malware mit Funktionen, welche nach dem Verlust des Handys für die Sicherheit der persönlichen Daten sorgen und sogar beim Wiederfinden des Smartphones helfen können. 

Android-Sicheits-Apps im Überblick

Avast Mobile Security: Avast bietet mit seiner Mobile-Security-App ein umfangreiches und kostenloses Komplettpaket für die Smartphone-Sicherheit an. Es verfügt über einen Virenscanner, der automatisch heruntergeladene Apps prüft, sowie über eine Filterfunktion für eingehende Anrufe und SMS und warnt beim Surfen im Internet vor unsicheren Seiten. Auf gerooteten Geräten steht sogar eine Firewall zur Verfügung.

Für den Fall, dass das Smartphone gestohlen oder verloren wurde, hat Avast in seine Mobile Security das vormals als eigene App angebotene Anti-Theft integriert. Dieses wird separat versteckt installiert, was dem vermeintlichen Dieb die Deinstallation des Programms erschwert.

Wird die SIM-Karte getauscht, so schickt Anti-Theft eine SMS mit der Telefonnummer der fremden SIM-Karte und einem Link zu Google Maps, über den das Handy anhand seiner GPS-Daten lokalisiert werden kann, an bis zu zwei vorher ausgewählte Nummern.

Mit Anti-Theft lässt sich das Smartphone zudem per SMS-Befehl fernsteuern. So ist es möglich, das Gerät zu sperren und einen Text, beispielsweise mit Kontaktdaten für den Finder, anzeigen zu lassen. Zudem ist die vollständige Löschung der auf dem Smartphone vorhandenen Daten möglich. Avast geht hier besonders gründlich vor und bietet die Möglichkeit, den entsprechenden Speicher zu überschreiben. Des Weiteren kann per SMS ein Sirenenton aktiviert werden, der auch dann zu hören ist, wenn das Gerät auf stumm geschaltet wurde. Eine Liste mit allen SMS-Befehlen findet sich auf der Avast-Webseite. Es ist ratsam, sich die wichtigsten Befehle zu notieren. Im Test funktionierte das Orten des Smartphones sehr gut. Die Telefonnummer der fremden SIM-Karte wurde schnell per SMS übermittelt inklusive eines Google-Maps-Links, unter welchem der Aufenthaltsort des Smartphones angezeigt wurde.


Norton Mobile Security Lite: Der Name Norton dürfte den meisten PC-Anwendern ein Begriff sein. Das bekannte Anti-Virus-Programm gibt es mittlerweile auch für Android-Geräte. Norton Mobile Security Lite bietet Schutz vor Viren und durchsucht automatisch heruntergeladene Apps nach Bedrohungen. Es eignet sich zudem zum Erkennen und Entfernen von Malware, die auf persönliche Daten zuzugreifen versucht. SD-Karten, die in das Smartphone eingelegt werden, können ebenfalls automatisch geprüft werden.

Für den Fall des Verlusts oder Diebstahls des Handys ist auch mit der kostenlosen Version (Lite) von Nortons mobilem Sicherheitsprogramm die Sperrung des Smartphones per SMS möglich. Für das Löschen der Daten und die Lokalisierung des Geräts per SMS ist ein Upgrade auf die kostenpflichtige Vollversion notwendig. In dieser ist es auch möglich, eine SIM-Sperre einzurichten, sodass ein Dieb keine andere SIM-Karte nutzen kann. Die entsprechenden SMS-Befehle werden beim Einrichten der App angezeigt. Um im Fall der Fälle schnell handeln zu können, empfiehlt es sich, diese zu notieren.

Zudem bietet die Vollversion die Möglichkeit, einen Alarm auf dem verlorenen Smartphone ertönen zu lassen. Weitere Zusatzfunktionen der Vollversion sind ein Internetschutz, der beispielsweise vor Phishing-Webseiten warnt, sowie eine Anruf- und Nachrichtenblockierung, um unerwünschte Anrufe und Textnachrichten abzuwehren. Die Nutzung der Vollversion kostet 25,40 Euro für ein Jahr.

Lookout Mobile Security: Die Kombination aus Viren- und Diebstahlschutz kommt auch in der App Lookout Mobile Security zum Einsatz. Der Virenscanner überprüft heruntergeladene Apps und durchsucht das Telefon im Rahmen eines einstellbaren Zeitplans nach Bedrohungen durch Spyware und Trojaner.

Um ein verlorenes Handy wiederzufinden, bietet auch Lookout eine Fernortung und einen ferngesteuerten Sirenenton an. Anders als bei Avast und Norton findet die Steuerung nicht per SMS, sondern über die Lookout-Webseite statt. Um die Funktionen Fernsperre und Fernlöschen nutzen zu können, ist auch hier ein Upgrade auf die kostenpflichtige Premium-Version notwendig. Diese kostet Wahlweise 2,49 Euro im Monat oder 24,99 Euro im Jahr. Mit dieser Version schützt Lookout auch beim Surfen im Internet und warnt vor gefährlichen Seiten.

Lookout bietet des Weiteren die Möglichkeit, automatische Backups der Kontakte zu erstellen. Mit der Vollversion sind auch Backups von Fotodateien und Anruflisten möglich.

Die drei bisher vorgestellten Apps können sich bei einem Verlust oder Diebstahl des Smartphones als sehr nützlich erweisen. Was aber, wenn das Smartphone weg ist, zuvor jedoch keine Sicherheitssoftware installiert wurde? Lookout bietet auch hierfür eine Lösung. Die App Plan B lässt sich über die Web-Version des Play Stores auf dem verlorenen Gerät installieren. Voraussetzung ist natürlich, dass das verlorene Gerät noch eingeschaltet ist und eine Internetverbindung hat. Ist die Installation erfolgt, sendet Plan B die GPS-Daten des Smartphones an das Gmail-Konto des Besitzers. Die Position des Smartphones kann nach zehn Minuten erneut per SMS mit dem Kommando "locate" abgerufen werden. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Dieb nicht die SIM-Karte des Smartphones getauscht hat.

iOS und Windows Phone

Während es für Android-Geräte zahlreiche Sicherheits-Apps gibt, bieten die Betriebssysteme iOS von Apple und Windows Phone von Microsoft bereits integrierte Lösungen für den Fall eines Diebstahls.

iOS: Geht ein iPhone verloren, so lässt sich mittels der iCloud auf das Gerät zugreifen. Der Nutzer muss hierfür den Dienst iCloud auf seinem Gerät eingerichtet haben. Der Service löst den Apple-Dienst MobileMe ab, welcher seit dem 30. Juni nicht mehr fortgeführt wird. Auf der Internetseite iCloud.com kann sich der Nutzer dann einloggen und sein Gerät orten, eine Sperre einrichten und die Daten auf dem Gerät löschen. Der iCloud-Dienst ist ab der Version 5 von iOS kostenlos verfügbar.

Windows Phone: Das Orten und Sperren des Smartphones sowie das Löschen der persönlichen Daten ist auch bei Windows Phone möglich. Hierzu muss sich der Nutzer mit seiner Windows-Live-ID beziehungsweise mit seinem Microsoft-Konto unter Windowsphone.com anmelden. Um das Gerät orten zu können, muss zuvor die Option "Ortungsdienste" unter der Rubrik "Ortung" im Einstellungsmenü aktiviert sein. Wird das Smartphone gesperrt, so hat der Nutzer die Möglichkeit, eine Benachrichtigung - beispielsweise mit Kontaktdaten - auf dem Smartphone anzeigen zu lassen. Wenn man vermutet, dass sich das Smartphone in der Nähe befindet, kann man es über den Web-Dienst anrufen; es klingelt dann selbst, wenn es auf stumm geschaltet wurde.

Fazit

Für Android-Geräte verfügbare Sicherheits-Apps stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, um Daten vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Dass dies nicht teuer sein muss, beweist Avast mit seiner kostenlosen Mobile Security. Neben diesen Sicherheits-Apps sollten bei Smartphones jedoch auch grundlegende Sicherheitsmaßnahmen wie das Einrichten einer Bildschirmsperre und die Benutzung eines PIN-Codes für die SIM-Karte angewandt werden.

vom 03.08.2012
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