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Bildschirm-Technologien im Vergleich

Teil 2 des großen Display-Checks: OLED, AMOLED und Super-AMOLED

Smartphones HTC One X, Nokia Lumia 900, Samsung Galaxy S3

Der erste Teil des großen Display-Checks behandelte LC-Displays mit all ihren Unterarten wie IPS, TFT und Retina. Im zweiten Teil dreht sich alles um die OLED-Technologie, die mit AMOLED, Super-AMOLED und Super-AMOLED Plus weiter ausgebaut wurde. Darüber hinaus wirft inside-handy.de einen Blick in die Zukunft und zeigt, was der Display-Markt für die kommenden Jahre bereit hält.

OLED

Ein OLED-Display ("Organic Light Emitting Diode") besteht aus organischen Leuchtdioden. Im Gegensatz zu einem LC-Display benötigt ein OLED-Bildschirm keine Hintergrundbeleuchtung. Vorteil: Der Schwarz-Wert ist höher und der Stromverbrauch niedriger.

Hinzu kommt, dass OLED-Displays extrem dünn sind, bei längerer Nutzung kühler bleiben und einen höheren Kontrast aufweisen als Flüssigkristall-Bildschirme. Die Reaktionszeit von OLED-Bildschirmen liegt bei einigen Geräten unter 0,001 Millisekunden (eine Mikrosekunde) und ist damit um circa das 1.000-fache schneller als das aktuell schnellste LCD mit einer Millisekunde. Ein Bildpunkt besteht aus drei RGB-Pixeln (Rot, Grün, Blau). Je nach gewünschter Farbe leuchten die drei Subpixel in unterschiedlicher Intensität, um diese zu erzeugen. Der Nachteil dabei: Es gibt kein reines Weiß. Dieses wird durch die Farbkombination von den RGB-Pixeln hergestellt, weshalb OLED-Displays in der Regel auch dunkler sind als LCDs.

Darüber hinaus altern OLEDs schneller als LCDs, da die Darstellung der Farben Rot und Blau sich schneller verschlechtert als die der Farbe Grün. So kann es nach einem längeren Zeitraum dazu kommen, dass das Farbgleichgewicht nicht mehr ganz ausbalanciert ist und das Display alles grünlicher darstellt. Zudem sinkt mit der Zeit die Helligkeit der OLEDs. Außerdem ist die Herstellung von OLED-Displays teurer als die von LCDs. Das war unter anderem ein Grund für HTC, von AMOLED- auf LC-Displays umzusatteln.

AMOLED

Bei OLED-Bildschirmen in Smartphones erfolgt die Steuerung des Bildschirms oftmals über eine Aktivmatrix, bei der jedes Pixel einzeln über einen eigenen Transistor angesteuert wird. Samsung vertreibt die Aktivmatrix-OLED-Technik unter der Bezeichnung AMOLED beziehungsweise der Weiterentwicklung Super-AMOLED.

Super-AMOLED

Samsungs Super-AMOLED-Technologie nutzt die "PenTile"-Matrix und das Muster Rot-Grün / Blau-Grün (RG-BG). Das bedeutet, dass mehr grüne als blaue und rote Subpixel zum Einsatz kommen. Der gesamte Anteil der Subpixel ist also im Vergleich zu einem typischen RGB-Layout geringer, was aber bei einem normalen Betrachtungsabstand von etwa 25 bis 30 Zentimetern nicht auffällt. Dafür lassen die Subpixel aber mehr Licht hinein, da sie größer sind. Das hat zur Folge, dass das Bild schärfer ist und die Farben kräftiger zur Geltung kommen.

Zudem ist bei Super-AMOLEDs die berührungssensitive Schicht direkt auf dem AMOLED-Display untergebracht. Der Hauptvorteil dieser "On Cell"-Technologie: Die Lichtdurchlässigkeit erhöht sich im Vergleich zur AMOLED-Technologie von 80 auf 97 Prozent - bei einer gleichzeitigen Reduktion der Reflektionen von 20 auf 4 Prozent. Somit kann man auch bei direkter Sonneneinstrahlung Bilder und Texte gut erkennen.

Das Weglassen der Luftschicht ermöglicht 0,6 Millimeter flache Displays und durch die verbesserte Lichtdurchlässigkeit verringert sich der Energieverbrauch. Das hat zur Folge, dass eine flachere Bauform möglich ist und den Einsatz von Akkus mit höherer Kapazität erlaubt.

Die Bezeichnung "HD" im Super-AMOLED-HD-Display steht lediglich für die Auflösung von 720 x 1.280 Pixeln. Derartige Displays findet man beispielsweise in Samsungs Galaxy S3 oder dem Galaxy Nexus.

Super-AMOLED Plus

Die größte Änderung gegenüber der Super-AMOLED-Technologie ist die Verwendung der "Real-Stripe"-Matrix, welche die bisher verwendete "PenTile"-Matrix ablöst. Bei Real-Stripe besteht jedes Pixel aus zwölf Subpixeln, welche für die Farbinformation zuständig sind (RGB). Die bisherige PenTile-Technologie verfügt nur über acht Subpixel (RG-BG), sodass für Farbdarstellungen Subpixel des benachbarten Bildpunktes hinzugenommen werden müssen. Mit Super-AMOLED Plus erhöht sich somit die Zahl der effektiven Pixel um 30 Prozent gegenüber den bisherigen AMOLED-Displays, wodurch das Display schärfer wirkt.

Weitere Verbesserungen sind bessere Schwarzwerte, höherer Kontrastumfang, ein geringerer Stromverbrauch und eine verringerte Tiefe des Displays.

ClearBlack-Display

Nokia setzt AMOLED-Displays mit "ClearBlack"-Technologie beispielsweise im Lumia 800 und 900 ein.
Dabei kommt ein Polarisationsfilter zum Einsatz, der das einfallende Licht blockiert und damit für eine bessere Display-Ablesbarkeit unter Sonneneinstrahlung sorgt.

Fazit

Wie man sieht, haben alle Display-Arten Stärken und Schwächen. Es bleibt also letztendlich eine Frage des Geschmacks, ob man intensivere oder lieber weichere Farben mag, hohe Kontraste bevorzugt oder doch lieber auf Energieeffizienz oder Lebensdauer setzt.

Ausblick

Was aber hält die Zukunft bereit und welche neue Display-Art könnte es auch ins Smartphone schaffen? Sicherlich wird die Entwicklung von OLED-Displays weiter voranschreiten. Erste biegsame Displays wurden bereits auf diversen Messen gezeigt. In den kommenden Monaten dürfte es ein solcher biegsamer Bildschirm auch in ein Endgerät schaffen.

Auch gab es bereits erste Prototypen von elastischen Displays. Ob und wann sich so etwas in Smartphones wiederfindet, bleibt aber zunächst offen. Aber auch das ist nicht ausgeschlossen.

Darüber hinaus wurden auch schon erste durchsichtige Displays gezeigt und bereits in Notebooks verbaut. Ob es aber sinnvoll wäre, so ein Display in einem Smartphone einzusetzen, sei mal dahingestellt. 

Zudem wurden bereits eine Hand voll Smartphones mit 3D-Display zu Tage gefördert. Ob sich in dieser Richtung noch etwas tut - eher fragwürdig, aber ebenfalls nicht auszuschließen.

Sicher hingegen scheint, dass Apple in seinem neuen iPhone auch einen In-Cell-Touchscreen einbauen wird, welcher das Gerät deutlich leichter machen könnte. Die Touch-Funktion ist im Gegensatz zu den bisherigen iPhone-Displays direkt in das LCD integriert.

Spannend bleibt, wie sich die Pixel-Zahlen entwickeln werden. Klar ist, dass das menschliche Auge ab einer gewissen Auflösung bei gleichbleibendem Abstand irgendwann keinen Unterschied mehr feststellt. Mit Full-HD-Auflösung bei in etwa fünf Zoll großen Smartphone-Displays dürfte die Industrie also langsam zum Ende kommen.

(Von rechts nach links: Samsung Galaxy S Plus, Galaxy Nexus, Nokia Lumia 900 und ein Apple iPhone 4 im Display-Vergleich)

vom 20.07.2012
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