Niederlage im Patentstreit mit Mformation
RIM muss 147 Millionen Dollar Schadensersatz zahlen

Nach Stellenstreichungen, Rücktrittsforderungen und der Verschiebung von Blackberry OS 10 steht Research in Motion (RIM) jetzt die nächste schlechte Nachricht ins Haus. So ist der Konzern jüngst als Verlierer aus einer ins Jahr 2008 zurückreichenden Patentstreitigkeit hervorgegangen, weshalb RIM nun Schadensersatz in Höhe von 147,2 Millionen US-Dollar an das siegreiche Softwareunternehmen Mformation zahlen muss.
Mformation, ein Anbieter von Verwaltungslösungen für mobile Endgeräte, hatte RIM vorgeworfen, gegen die US-Patente 6.970.917 und 7.343.408 zu verstoßen. Ein Bundesgericht in San Francisco bestätigte nun die Verletzung durch den Blackberry Enterprise Server (BES), weshalb RIM 147,2 Millionen Dollar Schadensersatz leisten muss - acht Dollar pro US-Gerät, das mit dem BES kommuniziert.
Bislang hatte RIM bestritten, die beiden im August respektive Dezember 2001 eingereichten Patente zu verletzen. Dementsprechend enttäuscht gibt sich der Blackberry-Hersteller jetzt in einer Stellungnahme, kündigt zugleich aber an, sich weitere juristische Optionen offen zu halten. Unklar ist, wie schnell RIM seine Systeme so ändern kann, dass keine Mformation-Patente mehr verletzt werden.
Schwere Zeit für RIM
RIM hatte im vergangenen Quartal einen Verlust von 518 Millionen Dollar eingefahren und zugleich angekündigt, im Rahmen von Restrukturierungsmaßnahmen weltweit 5.000 Stellen zu streichen. Zudem musste das Unternehmen die nächste Version seines mobilen Betriebssystems auf nächstes Jahr verschieben, weshalb CEO Thorsten Heins unter Druck und in Erklärungsnot geriet.
vom 16.07.2012