Nutzer sollen achtsam sein
Verbraucherzentrale warnt vor Sicherheitsrisiken bei Apps

Nicht zuletzt wegen der Vielzahl an nützlichen Apps, mit denen sich Smartphones und Tablets individuell anpassen lassen, hat sich die mobile Welt in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Doch die kleinen Helfer zur Bewältigung und Gestaltung des Alltags bergen oft unerwartete Tücken. Unbedarftes Herunterladen kann nicht nur das eigene Budget schmälern, sondern auch den Schutz persönlicher Daten gefährden.
"Zahlreiche Anbieter von Apps für Smartphones und Tablets sammeln mehr Daten über ihre Nutzer als nötig und verarbeiten die Informationen ohne deren Kenntnis und Einverständnis zum Beispiel für Werbezwecke", warnt die Verbraucherzentrale NRW.
Viele Apps werden kostenlos angeboten und finanzieren sich durch Werbung. Zum Teil lauern hinter den Einblendungen jedoch Abofallen, die mit Antippen des Werbebanners sofort aktiv werden und sich später etwa als Klingelton-Abo auf der Mobilfunkrechnung des Nutzers wiederfinden. Nutzer sollten deshalb nicht Werbebanner tippen. Wer sich trotzdem in einem Abo-Netz verfangen hat, kann die ärgerlichen Posten auf der Telefonrechnung beanstanden.
Die permanente Empfangs- und Sendebereitschaft von Smartphones und Tablets – etwa durch GPS – öffnet Geräteherstellern, App-Anbietern und dem jeweiligen Netzbetreiber oftmals den Zugang zu weiteren Daten. So können Apps im Hintergrund Spuren hinterlassen und so ein exaktes Nutzungs- und Bewegungsprofil der Nutzer erstellen. Ein App-Entwickler erfährt so, wie oft, an welchem Ort und zu welcher Zeit sein Programm genutzt wird. Teilweise spionieren Apps auch die Kontaktliste der Nutzer aus. Erkenntnisse und Datenmaterial aus diesem unbemerkten Treiben werden mitunter ungefragt an weitere Unternehmen verkauft und übermittelt.
Ebenfalls unsicher im Netz ist die Nutzung eines öffentlichen WLAN-Zugangs: Ist das Gerät nicht richtig eingestellt, kann anderen Zugriff auf Passwörter und Zugangsdaten geben.
Ein weiteres Risiko birgt die Nutzung im Ausland. Da in vielen Ländern die Preise fürs Websurfen deutlich teurer als hierzulande sind, kann die mobile Kommunikation gerade in Nicht-EU-Ländern erheblich ins Geld gehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Nutzer den automatischen Internetzugriff vor Verlassen des Landes in den Einstellungen ihrer Geräte deaktivieren, damit nicht ungewollte Daten und Updates übertragen werden, die kostenpflichtig sind.
Gehen Smartphone oder Tablet verloren, gehen mit ihm auch jede Menge persönliche Daten. Neben der obligatorischen Sperre der SIM-Karte per PIN bieten einige Anbieter eine Software an, mit der die Daten auf einem mobilen Kommunikationsmanager online aus der Ferne gelöscht werden können. Nähere Auskünfte, ob und wie dies funktioniert, gibt es bei den Geräteherstellern oder im App-Shop.
vom 07.05.2012