Forscher entwickeln selbstreinigendes Glas
Schluss mit Schlieren und Spiegelungen: Neues Glas reinigt sich selbst

Eine Eigenschaft über die sich fast jeder Smartphone-Nutzer ärgert, ist, dass der Touchscreen des Handys nach dem Bedienen oftmals aussieht, als wäre er mit Butter beschmiert worden. Die Folge: Ständiges Putzen. Das könnte schon bald ein Ende haben: Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben anscheinend ein Glas entwickelt, das nicht nur gewisse Selbstreinigungseigenschaften hat, sondern auch Spiegelungen beseitigt.
Das neue "multifunktionale" Glas besitzt eine Nano-Oberfläche und lässt Nässe und Schmutz abperlen. Nutzer von Smartphones und Tablets sollen vor allem davon profitieren. Aber auch andere Anwendungsgebiete wie Fenster und Solaranlagen könnten in Zukunft mit dem neuen Glas ausgestattet werden.
Das Besondere an der Oberfläche ist, dass diese aus mikroskopisch kleinen und dünnen Kegeln besteht, die einen Durchmesser von 200 und eine Höhe von etwa 1.000 Nanometern haben. Wassertropfen prallen auf dieser Struktur beidseitig ab wie Gummibälle. Dementsprechend ist das Glas dank seiner superhydrophoben Eigenschaften vor Beschlag mit Wasserdampf gefeiht und auch resistenter gegen anderen Schmutz, der sich spurlos abspülen lässt. Zudem hat das neue Glas die Eigenschaft, durch seine unzälbaren Kegel das Licht zu "verschlucken" und damit auftrendene Refelxion zu verhindern.
Der sogannte Lotus-Effekt ist von der Lotospflanze bekannt. Das Wasser perlt in Tropfen ab und nimmt dabei alle Schmutzpartikel auf der Oberfläche mit. Fassadenfarbe mit ähnlicher Funktionsweise ist bereits seit mehr als zehn Jahren erhältlich.
In Praxistests will man nun herausfinden, ob das Glas seine Eigenschäften auch über einen längeren Zeitraum behalten kann. Nach Angaben der Erfinder am MIT ist die Nano-Oberfläche sehr widerstandsfähig gegenüber Krafteinwirkungen.
vom 30.04.2012