Mozillas webbasiertes Betriebssystem geht an den Start
Erstes Smartphone mit "Boot to Gecko" angekündigt

"Boot to Gecko", das freie mobile Betriebssystem der Mozilla-Stiftung, wurde zuletzt auf dem diesjährigen Mobile World Congress demonstriert. Inzwischen scheint das Unterfangen weiter fortgeschritten; auch von ersten Geräten ist bereits die Rede. Erscheinen sollen diese Ende 2012 bis Anfang 2013 – zunächst in Brasilien. Dies haben Mozilla und Telefonica im Rahmen einer Pressekonferenz in São Paolo verkündet.
Bisher haben Mozilla und Telefonica weder den Hersteller des Boot-to-Gecko-Smartphones, noch die Preisspanne verraten. Es ist jedoch eher davon auszugehen, dass das Phone zu einem günstigen Preis auf den Markt kommen wird. Dafür sprechen nicht zuletzt die ökonomischen Möglichkeiten, die mit solch einem freien Betriebssystem einhergehen.
Boot to Gecko
Wie Android basiert auch Boot to Gecko (B2G) auf Linux. So kommt bei dem Betriebssystem beispielsweise der Linux-Kernel und die Programmbibliothek libusb zum Einsatz. Im Gegensatz zu Android handelt es sich bei B2G um ein webbasiertes OS. Das Betriebssystem erinnert eher an einen Browser, auf dem Programme nicht als klassische Apps sondern als Web-Anwendungen ausgeführt werden. Als Nutzeroberfläche setzt Mozilla bei B2G auf "Gaia", eine UI, die komplett in HTML und Javascript entwickelt wurde. Nach eigenen Angaben werden zudem 95 Prozent des Codes in B2G mit Firefox Mobile geteilt.
Adobe, Qualcomm, Deutsche Telekom und Telefonica als Unterstützer
Eigentlich ist die Einführung eines mobilen Betriebssystems kein einfaches Unterfangen. Doch das von Mozilla ins Leben gerufene Projekt hat gegenüber dem Rest der Hersteller einige entscheidende Vorteile. So wird Mozilla von einigen wichtigen Branchenriesen unterstützt, darunter Adobe, Qualcomm, Deutsche Telekom und die spanische Telefonica.
Das Interesse an Boot to Gecko ist groß, weil sich die Hersteller vom HTML5-basierten Betriebssystem völlig neue Smartphone-Angebote vorstellen können. Beispielsweise wäre mit B2G auch das unterste Preissegment bedient.
vom 20.04.2012