Nokia setzt auf den Fachhandel
Technik-Trends
Eines der aktuellen Mobilfunk-Themen klammert der finnische Hersteller allerdings derzeit noch aus: Auf den neuen Mobilfunkstandard LTE werden Nokia-Kunden in Deutschland vorerst weiter verzichten müssen. Das Unternehmen verfügt zwar über die nötige Technologie, um Smartphones mit LTE auszustatten. Das Lumia 900 verkauft sich als LTE-Version in den USA ausgesprochen gut. Anders als in den Staaten sei LTE aber in Deutschland für die überwiegende Mehrzahl der Kunden kein Thema. „Der Markt ist noch nicht reif“, meint der Nokia-Manager.
Das viel diskutierte 41-Megapixel-Modell Pure View 808 ist nach Aussage Ulrichs vor allem als Produkt zu verstehen, mit dem Nokia seine Stärken im Kamera-Bereich präsentieren will – unabhängig vom Symbian OS. Die Technologie dürfte mittelfristig auch bei Windows Phones Verwendung finden, sobald das Microsoft-Betriebssystem die ausgefeilte Kameratechnik unterstützt.
Die Entwicklung von Quad-Core-Smartphones hingegen treibt Nokia derzeit nicht aktiv voran. Für den Nutzer sei ohnehin nicht die Anzahl der Prozessorkerne entscheidend. „Wichtig ist doch, wie schnell ich tatsächlich auf Anwendungen zugreifen kann“, so Ulrich. In puncto Arbeitsgeschwindigkeit sei Windows Phone unabhängig vom Prozessor Spitze. Man halte die Entwicklungen im Prozessor-Segment allerdings weiter im Auge.
Auf die potenziellen Käufer des Pure View 808 angesprochen erklärt Ulrich: „Es geht nicht darum, Spiegelreflex-Kameras zu ersetzen.“ Man konkurriere allerdings durchaus erfolgreich gegen kleinere Kompaktmodelle. „Aufgrund des Preises“ werde das Pure View 808 jedoch „kein Massenprodukt“. Nokia scheint das Modell vielmehr als Pilot-Gerät zu verstehen, um bei Kamera-Smartphones die Messlatte nach dem N9 erneut höher zu legen. Ganz anders ist offenbar die Erwartung beim Lumia 610, einem günstigen Mittelklasse-Smartphone: „Das Gerät kommt extrem gut an, wir sind mit dem Feedback sehr zufrieden.“
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